Überblick

Die Entwicklung von Spielen zum Lernen („Edu Game Design“) ist eine sehr spannende, aber auch herausfordernde Angelegenheit. Denn irgendwie müssen Spielentwicklung und die Gestaltung von Lernangeboten unter einen Hut gebracht werden. 

In dieser ersten Kurseinheit erhaltet ihr Inputs zu grundlegenden Aspekten des Edu Game Designs, zu hilfreichen Tools und Informationen zur Veröffentlichung von Spielen als Open Educational Resources (OER).

Dazu gibt es Ideen & freiwillige Aufgaben, die euch den Einstieg in die Entwicklung eures eigenen Spiels erleichtern sollen. Wir wünschen euch viel Erfolg!

1. Inputs

A – Grundlegende Aspekte des Edu Game Designs

Einen ersten Überblick zum Thema erhaltet ihr in diesem Video:

B – Didaktik & Game Design

Für die Abstimmung von Didaktik und Game Design ist es hilfreich, einige grundlegende Kategorien aus beiden Bereichen in den Blick zu nehmen.  

Für den Einstieg in die Spielentwicklung geeignete Spielelemente (Institute of Play, 2018). Abbildung: Daniel Behnke, spielend-lernen.deCC-BY-SA 4.0

Übrigens: Eine eindeutige Definition, was ein Spiel genau ist, gibt es nicht. Es gibt so unterschiedliche Arten von Spielen, dass man keine klare Antwort geben kann (Schell, 2015). 

Bei der Auseinandersetzung mit den oben genannten Kategorien arbeitet man an den wesentlichen Aspekten eines Spiels und wirkt so darauf hin, ein spielerisches Erlebnis für die Lernenden zu erschaffen. 

C – Wichtige Design-Entscheidungen festhalten im “Game Design Document”

Ein Tool, das Game Designer im Bereich der digitalen Spielentwicklung häufig nutzen, ist das Game Design Document. Wie das genau aussieht, entscheidet jede*r selbst. Hier ist ein Beispiel verlinkt, das explizit darauf ausgelegt ist, didaktische Bedingungsfelder und typische Kategorien des Game Designs im Blick zu behalten. Man kann es auch einfach als Planungsraster zur pädagogischen Spielentwicklung betrachten.

Beispiel für ein sehr einfaches Game Design Document (PDF), (GDD), das als Planungsraster bei der pädagogischen Spielentwicklung eingesetzt werden kann. Wie ein GDD genau aussieht und was es alles umfasst, entscheidet jede*r Entwickler*in bzw. jedes Team selbst.

Hier könnt ihr eine aktualisierte und bearbeitbare Vorlage für euer GDD herunterladen:

D – Iteratives Vorgehen

Spielentwicklung ist ein sehr dynamischer Prozess. Ideen, Materialien, Regeln usw. werden immer wieder verändert – teilweise auch sehr grundlegend. Um den Überblick nicht zu verlieren und ein Spiel zielgerichtet weiterzuentwickeln, ist es hilfreich einem iterativen Designzyklus zu folgen. Das heißt man wiederholt die Entwicklungsschritte immer wieder. Hier ein Beispiel, wie ein derartiges Vorgehen aussehen kann: 

Der Game Design-Zyklus beschreibt ein mögliches Vorgehen bei der Spielentwicklung.
Abbildung: Daniel Behnke, spielend-lernen.deCC-BY-SA 4.0

E – Spiele als OER entwickeln und veröffentlichen

Im Rahmen des Open Edu Game Design Jam nutzen wir nicht nur OER-Materialien für den Kurs (z.B. das Video, das Game Design Document oder die Abbildungen oben). Wir arbeiten auch darauf hin, Spiele als OER zu entwickeln. So ermöglichen wir vielen Lehrenden und Lernenden die Nutzung dieser Spiele. Außerdem wollen wir so den Austausch, die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung, das „Remixen“ von Spielen unterstützen. 


2. Beispiele für OER-Spiele

Wir haben für diesen Kurs eine Liste angelegt, mit Spielen, die als Open Educational Resources im World Wide Web veröffentlicht wurden und damit also veränder- und anpassbar sind. Die Spiele können als Beispiele und Anregungen für die eigene Arbeit dienen. Vielleicht ist sogar schon ein Spiel dabei, was in den nächsten Wochen direkt im eigenen beruflichen Kontext eingesetzt werden kann:

Liste OER-Spiele

Die Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Wenn ihr weitere Spiele kennt, die unter einer offenen Lizenz stehen, die die Nutzung und Veränderung erlaubt, könnt ihr die Spiele gerne in der Liste ergänzen.


3. Los geht’s!

Aller Anfang ist schwer, keine Frage. Deshalb hier ein paar Ideen, die euch den Einstieg in die Entwicklung eines eigenen Lernspiels erleichtern sollen. Alle Anregungen setzen darauf, von einem vorab gewählten, bestimmten Spielaspekt aus zu entwicklen. Diese (künstliche) Einschränkung kann helfen, um einen klaren Fokus für den Einstieg zu finden.


4. Aufgaben

Erstellt allein oder mit anderen Teilnehmenden ein Game Design Document mit ersten Ideen. Ihr könnt ein eigenes Format entwickeln oder die Vorlage oben nutzen. Haltet unter anderem fest:

  • Thema des Spiels/ Lerninhalt
  • Was ist das Spielziel?
  • Was ist das Lernziel?
  • Was ist die Kernmechanik?
  • Passen Spielziel und Lernziel zueinander?
  • Was ist das Herausfordernde an dem Spiel für die Zielgruppe?
  • Wie sieht das Spielfeld/die Spielwelt aus?
  • Aus welchen Komponenten/Materialien besteht das Spiel?
  • Hast Du eine Idee, wie die Spielregeln grundsätzlich aussehen sollen?
  • Weshalb sollte das Spiel der Zielgruppe Spaß machen?

5. Austausch

Wenn ihr am Open Edu Game Design Jam 2020 teilnehmt, teilt eure Ideen und Fragen mit den anderen Teilnehmer*innen und den Tutor*innen. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!


Die zweite Kurseinheit findet ihr hier: Konzeption: Spielen und Lernen zusammenbringen 


Literatur

Institute of Play (2018): TeacherQuest, [online] Link nicht mehr verfügbar.

Kerres, M. (2018): Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote, 5. Auflage, Oldenburg: De Gruyter.

Schell, J. (2015). The art of game design. A book of lenses (Second edition). Boca Raton: CRC Press.